Würzburger Forum der Kontemplation  (WFdK)
Der neu gewählte Vorstand  stellt sich vor

 

Am 23. März haben Elisa-Maria Jodl und Elke Stephany im Rahmen einer Videokonferenz die Aufgaben an den neu gewählten Vorstand Gertrud Kieserg, Klaus Brück, Maria Kolek-Braun und Andreas Hambach übergeben.

Wir freuen uns auf unsere gemeinsame Arbeit für die Weiterentwicklung und Lebendigkeit des WFdK.

Für die allgemeinen Aufgaben sind folgende Verantwortliche benannt:

  • Gertrud Kieserg:
    • 1. Vorsitzende und zuständig für die Kontakte zu den neuen Lehrer*innen, Gäste, Beirat und Regionalgruppen
  • Klaus Brück:
    • 2. Vorsitzender und zuständig für Einladungen, Organisation von Tagungsablauf und Protokollen, Newsletter
  • Maria Kolek-Braun:
    • zuständig für Konzept Fortbildungen, Referent*innen, Kontakte zu KuM, Benediktushof, Wolke des Nichtwissens
  • Andreas Hambach:
    • zuständig für Finanzen, Website, Adresslisten und Verteiler
Näheres zu den einzelnen Menschen im Vorstand finden Sie in den folgenden Kurzporträts.

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GertrudKieserg

Gertrud Kieserg

Ich wohne in Hagen, wo ich mehr als 30 Jahre lang (bis Januar 2020) die Fächer Englisch und Geschichte am dortigen Hildegardis-Gymnasium unterrichtet habe. 10 Jahre habe ich bei der Telefonseelsorge Hagen-Mark gearbeitet und dort auch neue Mitarbeiterinnen angeleitet. Musik ist für mich sehr wichtig. Ich singe in einem Chor und spiele Querflöte.

Auch Wandern und der Aufenthalt in der Natur spielen für mich eine große Rolle und ich beginne den Tag gerne mit einer Morgenrunde im Wald.

Das kontemplative Gebet war für mich eine wichtige und befreiende Entdeckung, die meinem Lebensgefühl Tiefe gab und ein neues Verständnis der bekannten religiösen Texte erschloss. 

Ich bin Lehrerin der „Wolke des Nichtwissens“, Referentin des Edith-Stein-Hauses Köln und Qigong-Lehrerin. Auf dem Weg der Kontemplation haben mich besonders Wilma Alfs (Köln), deren Nachfolgerin ich mit Kursen im Köln-Bonner Raum seit 2005 bin, und Willigis Jäger begleitet.

Zu den Kursen, die ich leite, gehört ein monatlicher Kontemplationssamstag in Bonn im Auftrag des Edith-Stein-Hauses. Für meine jährlichen einwöchigen Seminare habe ich mich jeweils vertiefend mit Mystiker/innen aus Vergangenheit und jüngerer Gegenwart befasst, z. B. von Marguerite Porete bis Simone Weil oder von Nicolaus Cusanus bis Dag Hammarskjöld und Thomas Merton. Die Begegnung mit deren unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten und Worten haben meine Praxis der Kontemplation sehr bereichert und gezeigt, in welche Weite der Weg, ausgehend von christlichen Wurzeln, führen kann.  

Sehr geprägt hat mich die Zeit, in der ich im Haus St. Benedikt und am Benediktushof gebeten worden war, Übersetzerin für englischsprachige Teilnehmerinnen aus den USA und den Philippinen bei den Kursen für Kontemplation oder Zen zu sein. Das vertiefte nicht nur meine spirituelle Erfahrung, sondern ließ mich ganz konkret die Internationalität der Arbeit von Willigis Jäger und seine Fürsorge für Teilnehmer/innen aus aller Welt kennenlernen.  

Vor 20 Jahren wurde ich Mitglied der Würzburger Schule (jetzt Würzburger Forum) und habe zusammen mit Ansgar Sievering-Glatz und Karin Gerhard die Regionalgruppe Rhein-Ruhr-Lippe initiiert, wo wir die Tagungen nachbereiten.

Jetzt, ein Jahr nach der Beendigung meiner sehr beanspruchenden Berufstätigkeit, freue ich mich, die Arbeit des WFdK in neuer Rolle unterstützen zu können.

 

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KlausBrueck

Klaus Brück

Mein Zugang zur Kontemplation und was sie mir bedeutet.

Mein Zugang zur Kontemplation führte mich als Weg über verschiedene Etappen. Es begann mit Kreativitätskursen. Hier kam ich zum ersten Mal mit geführten Meditationen in Kontakt. Als Vertiefungsstufe folgten dann Wochenendkurse über verschiedenen Formen der Meditation.

Mein Einführungskurs im Zen war für mich ein Schlüsselerlebnis. Ich saß auf meinem Kissen und fühlte mich innerlich und körperlich zerrissen. Der Gedanke zum Aufgeben beschäftige mich und ich ging zu Ute Dreisbach. Sie sagte, aufgeben wäre eine Option, die andere wäre die Entscheidung zu treffen, die ansteht. Diese Rückmeldung war verbunden mit der Empfehlung für eine Stunde im Garten in mich hineinzuhören. Mir war damals nicht bewusst, dass ich vor einer Entscheidung stand, folgte aber dem Rat – das Ergebnis war frappierend. Ich entschied mich, wieder in die katholische Kirche einzutreten, und saß im Anschluss in großem Frieden auf meinem Kissen und die Spannungen waren weg. Der Weg hatte mich gefunden, allerdings war mir die Sprache des Zens damals zu fremd, ich wechselte zur Kontemplation und fand meine Lehrerin Cäcilia von Schöning. 15 Jahre war ich ihr Schüler, bis ich 2008 die Lehrerernennung erhielt.

Eine wertvolle Ergänzung meiner kontemplativen Übung sind die Kurse mit Helmut Dörmann zum Thema „Leben im Spiegel des Todes“, bei denen ich seit 13 Jahren assistiere.

Der Blick auf die eigene Sterblichkeit relativiert vieles, was im Leben vermeintlich so wichtig ist. Getragen von meinem langjährigen kontemplativen Weg und den Erfahrungen der Kurse zum Thema Umgang mit dem Tod konnte ich dann liebevoll meine Frau Eva in ihrem fast zweijährigen Leidensweg mit einer Magenkrebserkrankung begleiten.  Die Kontemplation ist für mich das Fundament meines Seins – der Alltag gestaltet sich aus ihr.

Persönlich war ich lange im Kontemplationshaus Nürnberg bis zur Vereinsauflösung aktiv. Aus dem harten Kern des Vereins hat sich im Jahr 2016 eine Kontemplationsgruppe gebildet, die sich freitags wöchentlich zur Kontemplation trifft (pandemiebedingt ist zurzeit eine Pause), sowie einmal im Monat im Anschluss zur Weggemeinschaft.  Ende April dieses Jahrs schließe ich meine Hospizbegleiter- Ausbildung ab.

Warum ich mich im Vorstand engagiere

 

Diese Frage erklärt sich zum großen Teil aus der Dankbarkeit dafür, dass mich der kontemplative Weg gefunden hat. Die WSdK und als Nachfolger das WFdK sehe ich als wichtige Plattform zum Austausch zwischen den Lehrerinnen und Schulen. Die undogmatische Buntheit des Würzburger Forums der Kontemplation wirkt vielleicht auf den ersten Blick verwirrend, zeigt für mich aber auf, dass es verschiedene Facetten des Übungsweges gibt, die aber alle ein gemeinsames Fundament haben.

Ich war bereits mehrere Jahre Mitglied im Beirat tätig.Nachdem ich nun im Ruhestand bin, habe ich Zeit und Muße, mich einzubringen in ein Team von Gleichgesinnten.

Ein liebevoller, aber auch kritischer Blick zeigt, dass einiges an Arbeit vor uns liegt. Anstehende Fragen sind aus meiner Sicht z. B.

  • wie treiben wir die Digitalisierung voran und nutzen sie zu einem aktiveren Austausch
  • wofür steht das WFdK und wie können wir das Profil schärfen
  • inhaltliche Themen für die Lehrerweiterbildung und anderen Formen des Austausches
  • wie schaffen wir es, jüngere Lehrer an uns zu binden

Diese Auflistung zeigt auf, dass das WFdK einem dynamischen Prozess des stetigen Gestaltungswandels folgen muss. Ich möchte meinen Beitrag leisten, diesen Prozess aktiv zu gestalten.

 

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MarieKolekBraun

Maria Kolek-Braun

Ich bin 1962 geboren und in Delbrück bei Paderborn aufgewachsen. Seit 1995 lebe ich im Raum Zürich. Nach 19 Jahren Pfarreiarbeit - davon 12 Jahre als Gemeindeleiterin - arbeite ich seit 2014 als Spital- und Psychiatrieseelsorgerin (100 %).

1983 wurde mir in Pompeji eine tiefe spirituelle Erfahrung geschenkt. Viele Jahre später wurde sie von Willigis Jäger bestätigt. Ihre Bedeutung war für mich fraglos und klar. Meine offene religiöse Erziehung und meine Erfahrungen als Kind halfen mir zu verstehen. Bald danach begann ich mit der Zen-Meditation, Jahre des intensiven Übens von Meditation und Yoga folgten. Seit 1998 besuchte ich regelmäßig Zen- und Kontemplationskurse. Ich wurde Schülerin von Willigis Jäger, der mich 2008 zur Kontemplationslehrerin ernannte. Seit 2011 bin ich Mitglied im WFdK und seit 2012 der "Wolke des Nicht-Wissens".

Das Studium der Theologie hat mich an den Ort geführt, an dem ich heute stehe. Trotz aller Distanz zur verfassten Kirche, ihren Dogmen und ihrer geistigen Enge habe ich in dieser Organisation den Beruf gefunden, in dem ich explizit von dem allumfassenden Sein, der göttlichen Wirklichkeit, dem Urgrund des Lebens sprechen darf und spreche, die Bibel mystisch interpretiere und Menschen ermutige, ihren eigenen Erfahrungen nachzuspüren und ihrer tiefen Sehnsucht zu folgen.

Seit 2005 leite ich eine eigene Kontemplationsgruppe und biete mehrmals im Jahr sogenannte "Kontemplationsmorgen" an, mit denen ich einen größeren Kreis ansprechen kann.

Was hat die Kontemplationserfahrung bei mir bewirkt? Die Frage, warum mein Leben gerade so verläuft und warum ich dieses Leben leben soll, stellte sich vor allem, als meine Erwartung, Kinder zu haben, enttäuscht wurde. Jetzt kann ich sagen: Dies ist mein Leben. Es will, so wie es ist und wie ich bin, gelebt werden. Das göttliche Leben zeigt sich in meinem So-Sein und in meiner Geschichte und ebenso im So-Sein jedes anderen Menschen.  

Ich habe mich aus Dankbarkeit für die Begegnung mit Willigis und vielen anderen

 


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AndreasHambacher

Andreas Hambach

Geboren bin ich 1955 in Köln und aufgewachsen zwischen Köln und Bonn auf dem Land. Mein Weg in Ausbildung (Ing. grad. Nachrichtentechnik, Dipl. Kfm) und Beruf (rd. 4 Jahre im Handel und rd. 32 Jahre in der Energiewirtschaft) waren durch Suchen und Ausprobieren gekennzeichnet. Seit 01.01.2020 bin ich im Ruhestand. Mit meiner Frau wohne ich seit 1990 in Haltern am See und wir haben zwei erwachsene Kinder und drei Enkelkinder.

2007 habe ichein Seminar mit dem Titel "Meditation und Coaching" besucht. Dies war meine erste Erfahrung mit Meditation, die mich tief berührt und nicht mehr losgelassen hat. Nahezu gleichzeitig hat sich auch beruflich eine Weiterentwicklung eingestellt. Rückblickend bin ich überzeugt, dass ich die neuen beruflichen Herausforderungen ohne meinen Weg in die Kontemplation nicht bewältigt hätte.

Über die Kontaktliste des WFdK habe ich Manfred Rompf kennengelernt, der seit Oktober 2010 zunächst mein geistlicher Begleiter und seit 2012 mein Kontemplationslehrer in der ‚Essener Schule der Kontemplation' ist. In 2017 wurde ich als Kontemplationslehrer bestätigt. Im Haus der Stille der EKiR in Rengsdorf habe ich 2016-2018 an der Weiterbildung ‚Qualifikation für geistliche Begleitung‘ teilgenommen.

Auf dem kontemplativen Weg übe ich, im Hier und Jetzt zu leben und das Unvollkommene in mir und in den Mitmenschen zu lieben. Ich spüre der Frage nach, was durch mich hindurch in das Leben hineinwirken soll.

In Haltern biete ich seit April 2018 zunächst 14-tägig und mit Beginn des Ruhestandes wöchentlich eine Einführung in Kontemplation an. Meine Frau unterstützt mich dabei und leitet als Yogalehrerin die Körperarbeit an; das Angebot ruht aktuell wegen Corona.

Auf dem kontemplativen Weg sind für mich Gleichgesinnte Unterstützung und Inspiration zugleich. Das WFdK ist eine große und gleichzeitig vielfältige Plattform, für deren Weiterentwicklung ich gerne meine Kompetenzen einbringe. Vernetzt bin ich auch mit der ‚Essener Schule der Kontemplation' und dem ‚Netzwerk Meditation in der EKiR‘.

 

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