Würzburger Forum der Kontemplation e. V. (WFdK)

Orte der Praxis

 

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Christine Paterok

Raum für Spirituelle Wege - Berlin, Rheinstraße 45-46
Eine Oase mitten in der Großstadt

Autorinnen: Christine Paterok und Ulrike Röder

Seit 2004 haben wir, die Berliner Gemeinschaft, ein eigenes spirituelles Zentrum. Träger ist der Verein für Spirituelle Wege e. V. Würzburg. Das Gebäude liegt in der Rheinstraße, einer Hauptverkehrsader von Berlin-Steglitz. Von der Straßenfront aus ein vornehmes Patrizierhaus aus der Gründerzeit, birgt es im Hofinneren ein großes Fabrikgebäude, einstmals weltberühmt für optische Geräte der Firma Goerz. Die Fabrikanlage wird heute von unterschiedlichen Gewerbetreibenden genutzt und ist auch nach über 100 Jahren immer noch modern. In typisch norddeutscher Backsteinbauweise errichtet, fallen die Räumlichkeiten vor allem durch ihre großen Fenster auf. Viel Licht und Himmel tragen sie ins Innere.

Hier, in einem Gebäude im 3. Stockwerk, liegt unsere Etage, etwa 100 qm groß, unser Raum für spirituelle Wege, Zen und Kontemplation. Der Raum wird nicht kommerziell genutzt, ist nur der Kontemplation und dem Zen gewidmet. Er ist inzwischen zu einem kraftvollen geistigen Zentrum geworden.

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Raum für Spirituelle Wege, Zen und Kontemplation, Berlin, Foto: Stephan Köther  (Link)

An jedem Abend der Woche findet hier regelmäßig von 19.30 bis 21.00 Uhr Meditation statt – Anmeldung ist nicht nötig. An zwei Samstagen im Monat ist von 09.00 – 17.00 Uhr ebenfalls Gelegenheit zum Sitzen in der Stille.

Außerdem bieten Lehrerinnen und Lehrer unserer Gemeinschaft Einführungskurse, Vertiefungstage und Trainingswochenenden in Kontemplation und Zen an. Auch auswärtige Lehrer halten bei uns Kurse, die von uns organisiert werden.

Zu den großen christlichen Festen wie Weihnachten und Ostern wird ganztägig meditiert. Agape-Feiern bilden oftmals den Abschluß der Kontemplationstage.

Alle Arbeiten – von der Gestaltung der Website bis zur Organisation des Mittagessens bei Kursen und Sesshins – werden von Mitgliedern der Gemein - schaft geleistet.

Wir können keine Übernachtungen bei Kursen anbieten. Um aber einen guten Rahmen für die Kurse zu gewährleisten, gibt es ein altes Ritual beim gemeinsamen Mittagessen: Dazu sitzen alle nach innen gewandt auf ihren Plätzen. Helfer aus unserer Gemeinschaft reichen das Essen und räumen nach der Mahlzeit auch wieder ab. Dieses ritualisierte Mahl, das in Fernost in Klöstern üblich war, wird von den Teilnehmern der Kurse sehr geschätzt.

Neben den abendlichen Angeboten und den Kursen organisieren wir auch Vortragsabende mit ganz unterschiedlichen Themen: Manchmal berichten Mitglieder von ihrer eigenen Tätigkeit und Praxis, z. B. aus dem Yogabereich oder der Gestalttherapie. Manchmal bringt uns ein Abend aber auch literarische Genüsse, sei es in Form von vorgetragenen eigenen Gedichten oder ausgewählten Themen aus der spirituellen Literatur.

Darüber hinaus hat sich ein Kreis von Gleichgesinnten gefunden, die sich zu Ausflügen, Spaziergängen, Theaterbesuchen oder zu Gespräch und Austausch treffen.

Finanziell wird unser Raum durch unsere Gemeinschaft getragen. Die Miete wird gemeinsam bestritten und unsere Zusammenarbeit ist demokratisch organisiert – sicher eine Seltenheit in spirituellen Gemeinschaften!

Zusammengefunden haben wir uns durch einige wenige Schülerinnen und Schüler von Willigis, die sich schon 2002 zusammensetzten und mit Hilfe vom Haus Sankt Benedikt in Würzburg alle Schülerinnen und Schüler in Berlin einluden. Daraus entstand schnell der Wunsch nach einem Raum zum Meditieren – Kontemplation und Zen gemeinsam, orientiert an unserem Lehrer Willigis Jäger. Nachdem wir uns auf das Gebäude in der Rheinstraße geeinigt hatten, kam Willigis nach Berlin, weihte unseren Raum ein und ernannte eine spirituelle Leitung.

Neben der inzwischen angewachsenen Riege von eigenen Zen- und Kontemplationslehrer/innen und deren Schüler/innen sitzen auch Menschen bei uns, die bei anderen Lehrern der Sanbô-Kyôdan-Linie Schüler sind. Die Zahl der Mitglieder ist kräftig gewachsen, und unsere Gemeinschaft lebt von der Mitarbeit vieler.

Wir sind froh, unsere Oase der Stille im Zentrum der lauten Stadt miteinander zu gestalten und sie wachsen zu sehen. Wir laden herzlich ein, bei einem Hauptstadtbesuch mit uns in die Stille zu gehen – mitten in der Stadt.

Christine Paterok, Lehrerin des WFdK und Lehrerin der Zen-Linie "Leere Wolke" von Willigis Jäger und Ulrike Röder, Lehrerin des WFdK
Internet: Link

 

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