Würzburger Forum der Kontemplation e. V. (WFdK)

Orte der Praxis

 

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Gisela Meinecke

Wolfgang Mlatko-Meinecke

Hof Meinecke - Haus für Stille und Begleitung

Autoren: Gisela Meinecke und Wolfgang Mlatkow-Meinecke

Wer und wo wir sind Ein kleines Dorf im Kreis Celle: die Höfe im alten Ortskern werden durch alte Eichen bewacht. Hier entstand nach jahrhundertealter Bauerntradition unser Haus der Stille, von außen gesehen ganz im alten Stil und von innen als Raum empfunden, der mit frischem Wind und Licht angefüllt ist. Die Sehnsucht nach Stille und die Erkenntnis, dass in ihr eine sprudelnde Quelle zu finden ist, begleitet uns schon viele Jahre. Nun hat es sich so ergeben, dass wir selbst seit acht Jahren einen Ort der Stille gestalten, beleben, pflegen und mit anderen teilen. Die tägliche Meditation soll die Basis sein für alles, was wir tun.

Gisela ist ausgebildet in ländlicher Hauswirtschaft, als Krankenschwester und als Initiatische Wegbegleiterin. Wolfgangs beruflicher Lebensweg: Autoelektriker, Drucker, evangelischer Pastor, langjährige Ausbildung in Transaktionsanalyse und Meditationsbegleitung.

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Unsere Angebote

Morgens, bevor das Werk des Tages beginnt, erklingt der Ton der Klangschale und ruft uns zur Meditation. Alle Gäste im Haus sind herzlich eingeladen. Ebenso ist es am Abend. Auch dann beschließen wir den Tag mit dem Sitzen in der Stille.

Dienstags sammeln sich einige Menschen aus der Umgebung zum Offenen Abend. Ihre Hintergründe für Meditation sind unterschiedlich. Wir versuchen, dieses Angebot inhaltlich so weitherzig zu gestalten, dass jede und jeder die eigene Praxis üben kann. Einmal im Monat findet ein Stiller Samstag statt. Er kann den Alltagsrhythmus durchbrechen und einer anderen Dimension unseres Daseins Raum geben. Spüren und Wahrnehmen des eigenen Leibes und der Natur und meditativer Tanz helfen uns dabei. Es gibt auch eine gemeinsame Mahlzeit und zum Abschluss Gespräch und Austausch.

Im Alltag bei den Verrichtungen, die immer wieder getan werden wollen, zeigt sich die Stille als Haltung. Scheint es nur so, oder ist es wirklich, dass je nach „Behandlung“ die zusammengefaltete Decke, der geputzte Schuh oder das Blumengesteck unterschiedlich wahrgenommen werden können? Manchmal strahlen sie wirklich. Um in diese Übung auch andere einzubeziehen, bieten wir eine Woche der Praxis an: „Ora et labora“ (bete und arbeite). Erstaunt sind die Gäste manchmal darüber, dass es nicht darauf ankommt, „viel zu schaffen“ oder „schnell fertig zu werden“, sondern eben auf das Wie. Wie bin ich mit den Dingen in Kontakt? Wie kann ich mich einlassen auf mein Tun? Das bedarf schon der Übung. Mit der Zeit kommt „etwas Friedfertiges in mein Herz, ein leises Glück“.

Für Menschen, die eine Auszeit für sich nehmen wollen, ist unser Haus sehr gut als Refugium geeignet. Es besteht die Möglichkeit, die Zeit ganz im eigenen Rhythmus zu gestalten. Manche nehmen unsere Tagesstruktur und Begleitung in Anspruch. Andere machen sich allein auf den Weg, genießen unser Hofgelände mit seinen stillen Winkeln und die Natur des weiten Allertales per Rad.

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Unsere Wegbegleitung

Eine Art unserer Begleitung ist die Arbeit mit den Initiatischen Medien, Arbeit am Tonfeld und Initiatische Leibarbeit. Oft geht es darum, diese Arbeit überhaupt erst einmal vorzustellen und erste Erfahrungen zu ermöglichen. Es kommen aber auch Menschen, die sich für ein oder zwei Wochen auf einen intensiven Prozess einstellen, um ihrem inneren Wesen näher zu kommen. Die kombinierte Vorgehensweise, Meditation und Stille einerseits und der körperliche Bezug im haptischen Tun mit der Tonerde oder die Berührung des Leibes andererseits, spricht die Menschen ganzheitlich an.

Graf Dürckheim und Maria Hippius haben in Rütte die von ihnen so genannte „Initiatische Therapie“ entwickelt und durch sie gewirkt. Das „Rad der Wandlung“, das Graf Dürckheim beschreibt, gibt persönliche Orientierung auf dem Weg. Es hat fünf Speichen. In unserem Logo ist es wiederzufinden und zeigt so seine Wichtigkeit für unsere Arbeit.

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Das Rad der Wandlung im „Alltag als Übung“:

  1. Die kritische Wachheit: Sie ist die Fähigkeit, hellwach zu sein in allem, was mir geschieht, meine Betroffenheit und meine Reaktionen wahrzunehmen und zu unterscheiden, was meinem Weg dient oder was ihn behindert, bremst und verstellt.
  2. Das Lassen: Das Lassen, um das es geht, ist ein „Sich Lassen“, sich als Ich loslassen und ins Vertrauen gehen. Es beinhaltet das Loslassen von Vorstellungen, das sich Einlassen in das Halbdunkel eines anderen Bewusstseins, das Zulassen all dessen was mir entgegenkommt.
  3. Das Eingehen in den Grund: Das Lassen hat den Sinn, den Weg zum eigensten Wesen frei zu geben, zu dem innersten Grund („zum mütterlichen Raum“ Graf Dürckheim). Aus ihm wird die Lebensenergie geschöpft, um unter Umständen auch durch Angst, Sinnlosigkeit und Einsamkeit hindurchgehen zu können.
  4. Das Neuwerden aus dem Inbild: In jedem lebt ein Bild … es will im Außen sichtbar werden, unbedingt. Im Laufe des Lebens entwickelt sich der individuelle, neue Mensch.
  5. Die Bewährung im Alltag: Das Wesen im Dasein bewähren kann nur ein Mensch, der sich nie einbildet, „fertig“ zu sein. Im alltäglichen Ausdruck des inneren Seins geht es eher um ein Zulassen und nicht um ein „Ich muss es machen“.

In diesem Sinne kann man das „Rad der Wandlung“ in Bewegung halten.

In Bewegung bleiben

Noch zwei Dinge, die uns in Bewegung halten, das Pilgern und das Tanzen: Zurück nach zwei Wochen Pilgerweg von Kloster Loccum nach Volkenroda, lag eine Anfrage im Briefkasten: Kann Ihr Haus nicht Pilgerherberge werden?

Hof MeineckeSo werden wir inzwischen von manchen Gehenden überrascht, die rasten möchten, Erholung suchen für den weiteren Weg oder auch länger bleiben. Inzwischen gehen wir mit Gruppen auf den Pilgerwegen des Nordens: Gehen – ein Lebensbild: Mich dem Unbekannten anvertrauen, dem eigenen Lebensrhythmus nähern, staunen, was mir auf dem gemeinsamen Weg vom göttlichen Geheimnis entgegenkommt. Die Stille ist in allen Dingen. Darum laufen wir wahrnehmend und in der Gruppe zeitweise schweigend. Etwa einmal im Monat laden wir ein zum meditativen Tanzen ins Kloster Wienhausen. Der Raum im Kloster trägt sehr zur Sammlung bei, gibt einen guten Boden unter die Füße, sodass das Herz sich erheben kann.

Einige Stimmen aus dem Gästebuch:

Gerade eben bekamen wir eine Rückmeldung vom letzten Kurs:

„Die Woche bei euch hat mich nachhaltig beeindruckt und beeinflusst. Die Atmosphäre war so friedlich. Es hat etwas gedauert, bis ich das, was ihr mit „Ora et labora“ gemeint habt, verstanden habe – eigentlich viel später, als ich wieder zu Hause war. Mittlerweile habe ich mir eine Meditationsecke eingerichtet und benutze sie fleißig.“

„Wenn auch nur kurze Zeit, war ich doch gern in Ihrem Haus der Stille. Viel Ruhe, die Stille genießen, aber auch Mantren singen, die das Herz öffnen und zum Klingen bringen, Rad fahren, wieder in Bewegung kommen. Nachdenken, fühlen, bei mir sein, auftanken, sich wohl fühlen, alles Dinge, die hier möglich sind. Auch, wenn ich ein zurückgezogener Gast war, so habe ich dennoch die Wärme und das Licht in Ihrem Haus gespürt und genossen.“

„Wie schön, dass ich so schnell zu ihnen kommen konnte. Und danke für den Raum, den Sie mir in ihrem Haus und in ihrem Innern bereithielten. Die Tage der Ruhe, nur mir ausgesetzt, haben mir gut getan. Nicht präsent sein, kein Angebot erwägen, sei es auch noch so schön, nur ich mit mir.“

„Einatmen – ausatmen, einfach in Ruhe da sein dürfen. Muße zum Hinsehen – und hören, was das Herz spricht, leckeres Essen und schöne Gespräche. Das alles und noch mehr habe ich bei euch genossen.“

Willkommen!

Hof Meinecke, Lange Straße 47, 29342 Wienhausen, Telefon: 05149 987434, E-Mail: E-Mail,  Internet: Link

 

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